Eine gute Vorbereitung bedeutet nicht, dass du die Website schon selbst konzipieren musst. Sie bedeutet, dass du deine Geschäftsgrundlage greifbar machst: Wen willst du erreichen, was soll diese Person verstehen und welcher nächste Schritt soll leicht werden?
1. Entscheide, was die Website zuerst leisten soll
Eine Website kann informieren, Vertrauen aufbauen, Anfragen sammeln, Termine vorbereiten oder mehrere Aufgaben verbinden. Für den Einstieg hilft eine Priorität. Wenn alles gleich wichtig ist, wirkt häufig auch alles gleich laut.
- Wer ist die wichtigste Person, die auf der Website ankommen soll?
- Was soll sie nach wenigen Sekunden über dein Angebot verstehen?
- Welcher nächste Schritt ist sinnvoll: Anfrage, Anruf, Termin oder Besuch?
- Welche Frage oder Sorge hält Interessenten heute am häufigsten auf?
Formuliere dein Ziel als einfache Arbeitszeile, zum Beispiel: „Die Website soll Selbstständigen zeigen, dass sie ihren neuen Webauftritt mit einem festen Ansprechpartner umsetzen und betreuen lassen können.“ Diese Zeile ist kein Claim. Sie ist ein Prüfmaßstab für Struktur und Inhalt.
2. Ordne dein Angebot aus Kundensicht
Viele erste Websites scheitern nicht an Gestaltung, sondern an einer ungeklärten Angebotsstruktur. Eine lange interne Leistungsliste hilft Besuchern wenig. Sie brauchen eine verständliche Antwort auf drei Fragen: Was bekomme ich, für wen passt es und wie geht es weiter?
Notiere für jede wichtige Leistung:
- das Problem oder den Anlass, mit dem Kunden zu dir kommen,
- das konkrete Ergebnis oder den nutzbaren Leistungsumfang,
- wichtige Grenzen und Voraussetzungen,
- den nächsten sinnvollen Kontaktweg.
Wenn mehrere Leistungen sehr ähnlich sind, müssen sie nicht automatisch eigene Seiten bekommen. Wenn sie unterschiedliche Zielgruppen, Abläufe oder Erklärungsbedarf haben, kann eine eigene Seite sinnvoll sein.
3. Sammle Material, bevor du über perfekte Texte nachdenkst
Gute Webtexte entstehen leichter aus konkretem Material als aus einem leeren Dokument. Sammle vorhandene Unterlagen ungefiltert und kennzeichne, was aktuell, veraltet oder nur intern ist.
- kurze Beschreibung des Unternehmens und der wichtigsten Leistungen,
- häufige Fragen aus echten Gesprächen,
- Angebote, Broschüren oder bestehende Präsentationen,
- Logo, Farben und vorhandene Gestaltungsgrundlagen,
- geeignete Fotos oder Videos in möglichst guter Originalqualität,
- belegbare Referenzen, Arbeitsbeispiele oder freigegebene Rückmeldungen.
Bei Referenzen zählt Genauigkeit mehr als Wirkung. Nutze nur Projekte, Aussagen und Ergebnisse, die du zeigen darfst und deren Herkunft klar ist. Eine gute Website wird nicht glaubwürdiger, wenn sie Lücken mit erfundenen Zahlen oder allgemeinen Superlativen füllt.
4. Kläre Rechte, Pflichtangaben und Konten
Bevor Bilder, Texte oder Logos veröffentlicht werden, muss geklärt sein, dass du sie verwenden darfst. Dass eine Datei in deinem Chat oder Downloadordner liegt, ist noch kein Nutzungsnachweis.
- Für welche Bilder, Videos, Schriften und Logos liegen Nutzungsrechte vor?
- Welche Unternehmensangaben müssen im Impressum stehen?
- Welche Daten verarbeitet ein Formular, eine Buchung oder ein Fremddienst?
- Existiert bereits eine Domain, und wer hat Zugriff auf das zugehörige Konto?
- Welche E-Mail-Adresse soll Anfragen erhalten und zuverlässig beantworten?
Rechtsseiten sollten auf verlässlichen, zum Unternehmen passenden Angaben beruhen. Websitegestaltung ersetzt keine Rechtsberatung. Technische Dienste werden erst ausgewählt, wenn ihr Zweck und die notwendigen Daten klar sind.
5. Bereite Entscheidungen und Rückmeldungen vor
Ein gebündeltes Briefing verhindert nicht jede Rückfrage, aber es gibt dem Projekt eine gemeinsame Grundlage. Benenne außerdem, wer Inhalte freigibt und wie Rückmeldungen gesammelt werden. Widersprüchliche Einzelkommentare aus mehreren Kanälen kosten mehr Zeit als eine abgestimmte Korrekturrunde.
Für ein erstes Gespräch reichen meist diese Punkte:
- Unternehmen, Angebot und wichtigste Zielgruppe,
- primäres Ziel und gewünschter Kontaktweg,
- vorhandene Website, Domain und Systeme,
- Material, das genutzt oder neu erstellt werden soll,
- notwendige Sprache, Seiten und Funktionen,
- zuständige Person für gebündelte Entscheidungen.
Aus deiner Vorbereitung wird ein klares Briefing.
Beschreib kurz dein Unternehmen, dein Angebot und das wichtigste Ziel. Danach klären wir Seitenumfang, Material und den passenden Betreuungsrahmen.
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